Warum du Menschen mit dem Alter immer nerviger findest

Warum du Menschen mit dem Alter immer nerviger findest

Eins vorneweg: es ist völlig normal, dass wir die Menschheit von Jahr zu Jahr immer nerviger finden. Auch du regst dich immer häufiger auf und kannst einfach nicht an dich halten, weil du nicht fassen kannst, wie nervtötend und rücksichtlos die anderen sind? Dieses Gefühl tritt früher oder später irgendwann im Leben eines jeden auf. Es scheint, dass man keine neuen Menschen mehr kennenlernt, die wirklich nett sind und die Welt immer schlechter wird. Warum das so ist und welche Gründe das hat, lest ihr hier…

Der Lauf der Dinge

Mit steigendem Alter sind wir immer stärker eingebunden, müssen uns um Job, Haushalt, Familie usw. kümmern. Das kostet viel Zeit, von der dann oft wenig für unsere Freunde und schöne Unternehmungen bleibt. Also beschränken wir unser Umfeld, um wenigstens den engsten Freunden noch gerecht werden zu können. Dabei lernen wir immer seltener neue Menschen kennen und lassen sie tendenziell nicht in unser Leben, weil wir ja ohnehin keine Zeit für sie hätten. Das klingt resigniert und das ist es irgendwie auch. Man zieht sich zurück von anderen, die einen scheinbar immer häufiger enttäuschen, versetzen und genervt sind von ihrem eigenen Leben. Und doch ist es nichts anderes als bei uns selbst – denn auch wir selbst sind die, die Termine nicht einhalten können, jemanden versetzen und ihm absagen müssen. All das führt auch dazu, dass wir immer weniger neuen Input, neue Ansichten und die Meinungen anderer zu hören bekommen. Und genau das tut uns eigentlich gut, denn es erweitert unseren Horizont und regt dazu an, die Dinge anders zu sehen und zu überdenken.

Freunde sitzen zusammen.

Enttäuschungen

Mit der (Lebens-) Zeit kommen immer mehr Enttäuschungen hinsichtlich des Lebens selbst hinzu: Pläne scheitern, Beziehungen und Freundschaften zerbrechen und wir begreifen, was es bedeutet keine Möglichkeit zu haben den Lauf der Dinge aufzuhalten. Häufig führt das in eine Lebenskrise, die uns ebenfalls stark verändert. Die Frustration nimmt zu und oft verliert man den Blick für die kleinen Dinge des Lebens, wie die schönen Momente mit der Familie. Versucht man die Reißleine zu ziehen und alles umzustürzen, um eine positive Wendung hervorzurufen und nochmal neu anzufangen, scheitert man oft an den zu hohen Erwartungen. Auch das Umfeld verändert sich. Ehen und Beziehungen scheitern, Menschen sterben und man erlebt die Unberechenbarkeit des Schicksals. Oft hautnah.

Es begegnen einem gefühlt immer seltener gute Menschen, die Arschlöcher dieser Welt scheinen die Oberhand zu haben, man sieht es ja auch täglich in den Nachrichten – die Welt wird immer schlechter. Tatsächlich wird sie das nicht. Sie verändert sich einfach nur, ebenso wie wir. Und Veränderungen machen uns Angst, weil wir nicht wissen welche Konsequenzen sie haben und welche Auswirkungen sie auf unser Leben, unsere Gesundheit, unsere Familie und alles, was wir uns hart erkämpfen und erarbeiten mussten, haben. Vorsicht und Misstrauen sind die Konsequenz. Man macht sich zunehmend mehr Gedanken, die Sorglosigkeit der jungen Jahre vergeht. Zukunftsängste werden realer.

Mutter schwingt Kind am Strand im Kreis.

Dinge ändern sich

Partys waren früher etwas Tolles, heute rollt man eher genervt die Augen, will am Wochenende seine Ruhe haben, ausspannen anstatt sich mit anderen Leuten zu umgeben, die eh nur wieder nervig sind und dabei auch noch aufpassen müssen, dass man nicht zuviel trinkt, um nicht die nächsten drei Tage an den Folgen eines Katers zu leiden, der auch nicht mehr das ist, was er einmal war…

Man hat im Laufe seines bisherigen Lebens so vieles gelernt:

  • sich auf andere zu verlassen, lohnt oftmals nicht
  • wenn etwas gemacht werden muss, macht man am besten selbst
  • Menschen sind meistens schlecht, aber die die es nicht sind dafür umso schützenswerter
  • die Verpflichtungen werden nicht weniger
  • die Energie, die man in den 20ern hatte, lässt immer mehr nach
  • man wünscht sich Menschen, die einen so akzeptieren, wie man ist

Das Fazit daraus ist, dass man egoistischer wird, nicht mehr so positiv und offen auf andere Menschen zugeht und meist eher positiv überrascht ist, wenn jemand mal wirklich ohne Hintergedanken nett und hilfsbereit ist. Früher war halt alles besser, oder?

Paar genießt Ruhestand bei einem Spaziergang am Strand.

Es geht auch anders

Doch es kann auch schön sein, denn egal, was das Leben einem zu bieten hat, kann man zu jedem Zeitpunkt frei darüber verfügen und zu jedem Zeitpunkt beschließen etwas zu ändern. Das eigene Glück hängt nicht von anderen Menschen ab und ist genau deshalb so wertvoll.

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